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Was ist eigentlich ein Schlaganfall? - Definition und Vorbeugung

Lesezeit circa 10 min. Veröffentlicht 05.09.2018
Definition: Ein Schlaganfall, auch Hirnschlag, Gehirnschlag, Apoplex, Apoplexia cerebri oder Hirninfarkt genannt, bezeichnet eine plötzlich auftretende Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff und Nährstoffen infolge einer interzerebralen Blutung oder eines thrombotischen Verschlusses.
Schlaganfall Ursachen

In etwa 80% der Fälle liegt die Ursache in dem thrombotischen Verschluss - ein verstopftes Blutgefäß. Diese Form des Apoplex nennt man auch ischämischer (weißer) Schlaganfall. Dieser kann beispielsweise durch eine Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) oder ein Blutgerinnsel (Embolus) entstehen. Ein Schlaganfall aufgrund von einer interzerebralen Blutung, also einer Hirnblutung, tritt eher seltener auf und wird als hämorrhagischer (roter) Schlaganfall bezeichnet.

Verlauf

Im Falle eines Schlaganfalls wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen versorgt. Bei dieser massiven Fehlfunktion des Gehirns kann es schon nach zehn bis fünfzehn Minuten zum Absterben von Gehirngewebe durch den Sauerstoffmangel kommen.

Dauert dieser Zustand über einen längeren Zeitraum an (mehr als 24 Stunden), erhalten die grauen Zellen in einem bestimmten Bereich im Gehirn weder ausreichend Sauerstoff noch Nährstoffe und sterben somit aufgrund der Unterversorgung ab.

Ob der betroffene Bereich im Gehirn seine Funktion dauerhaft oder nur temporär verliert, hängt stark davon ab wie lange und in welchem Ausmaß die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigt ist.

Die Auswirkungen des beeinträchtigten Bereichs zeigen sich oftmals in Form von (Gesichts-)Lähmungen, Sprachstörungen, hängenden Mundwinkeln, herabhängenden Augenlidern oder Sehstörungen.

Sollten diese Schlaganfallanzeichen innerhalb von 24 Stunden verschwinden, spricht man von einer vorübergehenden (transistorischen) ischämischen Attacke (TIA) oder einem “Minischlaganfall”. Wichtig ist, dass man in jedem Fall, egal ob bei einer TIA oder einem Schlaganfall, den Notarzt sofort alarmiert. Nach einer TIA ist das Risiko für ein Schlaganfall deutlich erhöht. Werden die Risikofaktoren nicht entsprechend reduziert und folgt keine medizinische Behandlung, kann die TIA wiederholt auftreten und letztlich in einen Schlaganfall übergehen.

Schlaganfallanzeichen und Symptome

Die Symptome eines Schlaganfalls sind vielfältig. Häufig treten eine Hemiparese (inkomplette Lähmung einer Körperhälfte) sowie eine Monoparese (Lähmung einer einzelnen Extremität) auf. Oftmals erleiden Betroffene eine Apraxie (Störung von Handlungen oder von Bewegungsabläufen) und flüchtige Sehstörungen sowie Aphasie (zentrale Sprachstörung).

Die Anzeichen eines Schlaganfalls können wenige Minuten bis 24 Stunden anhalten. Beim Auftreten dieser Symptome, sei es durch eine TIA oder einen “großen” Schlaganfall ist eine Krankenhauseinweisung in jedem Fall notwendig.

Man kann zwischen drei Symptom-Typen unterscheiden: physische, psychische und neurologische.

Physische Symptome sind beispielsweise:

  • Hemiplegie (vollständige Lähmung des Körpers)
  • Hemiparese (inkomplette Lähmung einer Körperhälfte)
  • Monoparese (Lähmung einer einzelnen Extremität)
  • Gleichgewichts- und Stützreaktionen sind gestört

-> der Betroffene kann weder aufrecht sitzen noch stehen

  • ein Augenlid hängt
  • das Gesicht wirkt asymmetrisch in Folge einer Gesichtsnervenlähmung
  • einseitiger schlaff herabhängender Mundwinkel
  • akutes Kreislaufversagen
  • Zungenmuskulatur ist gelähmt
  • Schluckstörungen oder -lähmungen
  • der Betroffene hat extreme, schlagartige Kopfschmerzen
  • keine Kontrolle über Urin und Stuhl
  • unregelmäßige Atmung
  • Sehstörungen

Psychische Symptome:

  • Depressionen
  • aggressives Verhalten
  • Gedächtnisstörungen
  • Angst/Panik
  • Bewusstseinstrübung/Bewusstlosigkeit
  • Verwirrtheit
  • Labilität
  • Unfähigkeit, die eigene Erkrankung oder die Funktionsausfälle zu erkennen

Neurologische Symptome:

  • Speichelfluss aus dem Mundwinkel der gelähmten Seite
  • Schwindel
  • erhöhter Blutzuckerspiegel
  • Herzrhythmusstörungen
  • Schwitzen
  • häufiges Gähnen
Mit Hilfe des “FAST”-Tests lässt sich ein Schlaganfall schnell erkennen:

Face (Gesicht, hängender Mundwinkel)
Arm (Arm oder Bein kann nicht bewegt werden)
Speech (lallende, verwaschene Sprache)
Time (Zeit, Notarzt rufen)

Zögern Sie nicht den Notarzt zu rufen! Die Folgen eines oder mehrerer Fehlalarme sind weniger schwerwiegend als die Folgen eines zu spät behandelten Schlaganfalls.
Diagnose und Behandlung

Da jeder Schlaganfall ein Notfall ist, bedarf es immer einer umgehenden Behandlung. Der Notarzt überprüft zunächst die Vitalfunktionen des Patienten und erfragt, sofern der Betroffene ansprechbar ist, die aufgetretenen Symptome. Im Krankenhaus angekommen, wird der zuständige Neurologe den Schlaganfallpatienten auf die Koordinationsfähigkeit, das Seh-, Berührungs- und Sprachvermögen sowie die Berührungsempfindung überprüfen.

Danach folgt das Erstellen einer belastbaren Diagnose mit Hilfe bildgebender Verfahren wie beispielsweise einer Computertomografie des Kopfes (auch kraniales CT genannt) oder eine Kernspin- oder Magnetresonanztomografie (MRT). Die durch die CT gewonnenen Bilder des Schädelinneren geben Auskunft darüber, ob der Schlaganfall durch eine Hirnblutung oder durch einen Verschluss der Gefäße ausgelöst wurde. Eine CT wird normalerweise durch eine Messung der Durchblutung (CT-Perfusion) sowie einer Darstellung der Gefäße (CT-Angiografie) vervollständigt.

Des Weiteren muss auch die Funktions- oder Leistungsfähigkeit des Herzens umfassend untersucht werden. Dies geschieht durch eine Elektrokardiografie - ein EKG. Schließlich werden auch folgende Blutuntersuchungen durchgeführt: der Elektrolythaushalt, die Nierenwerte, die Blutzuckerwerte, die Blutgerinnung sowie das Blutbild, um den Apoplex zu bestätigen.

Wichtig ist, dass jeder Schlaganfall schnellstmöglichst behandelt wird, um das Ausmaß möglicher Folgeschäden so gering wie möglich zu halten. Im besten Fall wird der Betroffene von Personal mit Fachkenntnissen im Bereich Schlaganfalls auf sogenannten Stroke Units - einer Spezialabteilung für Schlaganfälle - behandelt.

Die zwei Typen eines Schlaganfalls bedürfen unterschiedlicher Behandlungsmethoden.

Bei der Behandlung eines hämorrhagischen Schlaganfalls, der aufgrund einer Hirnblutung aufgetreten ist, wird vorerst evaluiert wie groß die Hirnblutung ist. Bei kleineren Hirnblutung reicht es mitunter aus, Aktivitäten, die den Druck im Kopf ansteigen lassen, zu vermeiden. Größere Hirnblutungen müssen operiert werden. Bei der Operation wird der Schädel geöffnet, um so das Hämatom (den Bluterguss) zu entfernen und die Blutung zu stoppen.

Bei der Behandlung eines ischämischen Schlaganfalls gibt es zwei mögliche Behandlungsmethoden. Die wichtigste Behandlung ist die sogenannte Lyse-Therapie (auch Thrombolyse genannt), bei der der Gefäßverschluss durch Gerinnsel auflösende Medikamente behoben wird und die Anzahl der abgestorbenen Nervenzellen so klein wie möglich gehalten werden soll. Die Medikamente werden in der Regel durch eine Infusion verabreicht.

Das Blutgerinnsel wird heutzutage auch noch zusätzlich durch einen mechanischen Eingriff entfernt. Bei der Thrombektomie wird ein Katheter über eine Arterie und unter Überwachung durch Röntgenaufnahmen bis hin zu dem Gerinnsel geleitet und mit Hilfe feinster Instrumente wird dieses dann entfernt.

Als letzter Punkt der Behandlung kommt die Prävention neuer Schlaganfälle hinzu. Sobald festgestellt wurde, um welche Art Schlaganfall es sich handelt und was genau zu dem Schlaganfall führte, können Maßnahmen ergriffen werden um das wiederholte Auftreten eines Apoplexes zu verhindern. In der Therapie eines ischämischen Schlaganfalls, der durch einen Gefäßverschluss ausgelöst wurde, werden in der Regel blutverdünnenden Medikamente verschrieben.

Schlaganfall Folgen

Die Folgen eines Schlaganfalls können so unterschiedlich sein wie seine Symptome. In der Regel tragen jedoch circa 50 Prozent der Betroffenen bleibende Schäden davon. Welche Art von Folgeschäden und in welchem Ausmaß diese auftreten, hängt stark davon ab in welchem Areal im Gehirn sich die Schädigung befindet. Im Folgenden finden Sie eine Liste mit den Folgeschäden, die den Alltag beträchtlich beeinflussen:

  • Lähmung: Lähmungen einer Körperseite oder des Gesichts
  • Gedächtnisstörungen: Sowohl das Lang- als auch das Kurzzeitgedächtnis können betroffen sein
  • Störung der Sinneswahrnehmung: eingeschränkte Wärme- oder Kälteempfindung
  • Schluck- und Sprachstörungen (Dysphagie): etwa 70% der Schlaganfallpatienten sind von Störungen beim Schlucken, Essen, Trinken, Sprechen und Kauen betroffen
  • Epilepsie: Fand der Hirninfarkt in der rechten Gehirnhälfte statt, so steigt das Risiko einer Epilepsie. Je näher die Stelle, die von dem Schlaganfall betroffen war, an der Hirnrinde liegt, umso höher ist das Risiko.
  • Embolie, Lungenentzündung und Thrombose: Durch ein geschwächtes Immunsystem nach einem Schlaganfall steigt das Risiko für Embolien, Lungenentzündungen und Thrombosen und harmlose Infektionen können schnell gefährlich werden.
Was sind Risikofaktoren?
  1. hohes Lebensalter
  2. Arteriosklerose (Ablagerung von Fett, Thromben, Bindegewebe und Kalk in den Blutgefäßen)
  3. Rauchen
  4. die "Pille" bei Frauen
  5. Flüssigkeitsmangel
  6. mentaler Stress
  7. Hypertonie (Bluthochdruck)
  8. Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus
  9. Adipositas (Übergewicht)
  10. Bewegungsmangel oder Bettlägerigkeit
  11. Hyperlipidämie (Erhöhung der Blutfettwerte)
  12. Blutgerinnungsstörungen
  13. Herzerkrankungen (insbesondere Vorhofflimmern und Herzrhythmusstörungen)
  14. kurz zurückliegende Infusionen oder Transfusionen

Je mehr der hier aufgelisteten Risikofaktoren auftreten, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines Schlaganfalls.

Vorsorge

Was kann man jedoch vorsorglich tun, um die Risiken einen Schlaganfall zu erleiden zu minimieren?

Hören Sie auf zu rauchen!

Das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden ist doppelt so hoch für Raucher wie für Nichtraucher. Geben Sie das Rauchen auf, reduzieren Sie Ihr Schlaganfallrisiko, denn das Nikotin in Zigaretten erhöht nicht nur Ihren Blutdruck sondern verengt zusätzlich Ihre Blutgefäße.

Vermeiden Sie Bluthochdruck!

Lassen Sie Ihren Blutdruck regelmäßig von Ihrem Hausarzt messen und sofern die Werte erhöht sind, lassen Sie diese behandeln. Da Bluthochdruck zunächst keine Beschwerden verursacht, bleibt eine Diagnose oftmals unerkannt und Betroffene bemerken das Problem häufig erst sehr spät. Bluthochdruck ist jedoch eines der Hauptrisikofaktoren für einen Schlaganfall.

Vermeiden Sie Übergewicht!

Sie können durch eine einfache Rechnung schnell ausrechnen, ob Sie an Übergewicht leiden. Werte bis zu 24,9 gehören laut dem BMI (Body Mass Index) zum Normalgewicht und erst Werte ab 25 zählen als Übergewicht. So errechnen Sie Ihren BMI:

Gewicht (in Kilogramm) geteilt durch Ihre Körpergröße (in Metern) zum Quadrat.

Beispielrechnung Sie sind 1,65 Meter groß und 63 Kilogramm schwer. Dann rechnen Sie:

1,65 x 1,65 = 2,7225

61 / 2,7225 = 22,4

Hier geht’s zum online BMI-Rechner.

Dies ist die BMI-Klassifizierung gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO):

18,5 - 24,9: Normalgewicht

25 - 29,9: Übergewicht

30 - 34,9: Adipositas (Fettleibigkeit) Grad I

35 - 39,9: Adipositas Grad II

ab 40: Adipositas Grad III

Das Normalgewicht hängt nach anderen Angaben auch vom Alter und Geschlecht ab.

Ernähren Sie sich gesund!

Verwenden Sie anstelle von Fleisch und Wurst öfters mal Fisch, tauschen Sie Butter mit Olivenöl aus, essen Sie mehr Obst, Gemüse und Nüsse!

Vermeiden Sie einen erhöhten Cholesterinspiegel!

Je höher die Cholesterinwerte, umso höher ist die Gefahr von Ablagerungen in den Blutgefäßen. Man unterscheidet zwischen den LDL-Cholesterin-Werten und den HDL-Cholesterin-Werten. LDL-Cholesterin ist besonders schädlich, HDL-Cholesterin hingegen gilt als positiv und bietet einen gewissen Schutz. Mit ausreichend Bewegung, gesunder Ernährung und einer allgemeinen gesunden Lebensweise schafft man es die Cholesterinwerte und andere Blutfettwerte vorteilhaft zu beeinflussen.

Bleiben Sie in Bewegung!

Durch ausreichend Bewegung verbessern Sie Ihren Bluthochdruck, Ihre Blutfettwerte, bauen eventuelles Übergewicht ab und halten Ihre Gefäße elastisch.

Hier finden Sie Tipps für mehr Aktivität im Alltag!

Nehmen Sie Alkohol nur in Maßen zu sich!

Ein Glas Wein ab und zu können Sie bedenkenlos trinken doch hier gilt: die Menge macht’s! Regelmäßiger und übermäßiger Alkoholkonsum erhöht das Schlaganfallrisiko erheblich.

Vermeiden Sie Stress!

Dauerhaft anhaltender Stress führt zu Bluthochdruck. Suchen Sie sich ein Hobby, das Sie entspannen lässt und suchen Sie sich Entspannungsübungen, die Ihnen Spaß machen. Sport trägt in hohem Maße zur Stressvermeidung bei.

Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über Herzrhythmusstörungen!

Störungen, wie Vorhofflimmern oder andere Herzrhythmusstörungen begünstigen einen Schlaganfall. Bei ersten Anzeichen sollten Sie Ihren Hausarzt konsultieren und behandeln lassen.

Stellen Sie Ihren Diabetes gut ein!

Diabetiker erleiden einen Schlaganfall fast doppelt so häufig wie Nicht-Diabetiker. Gerade Typ-2-Diabetiker leiden in der Regel ohnehin an Bluthochdruck und erhöhten Blutfettwerten und kommt dann ein erhöhter Blutzuckerspiegel hinzu, steigt das Risiko für einen Schlaganfall erheblich, denn ein erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt die Gefäße und begünstigt die Ablagerung von Plaque.

Zahlen und Fakten

Zufolge der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe erleiden allein in Deutschland jährlich rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall und rund 70.000 davon erleiden einen wiederholten Schlaganfall. Mehr als 80 Prozent der Betroffenen sind über 60 Jahre alt und etwa 300 Kinder erleiden jährlich einen Schlaganfall. Innerhalb des ersten Jahres versterben bis zu 40 Prozent aller Schlaganfall-Betroffenen und nach einem Jahr bleiben rund 64 Prozent der überlebenden Patienten pflegebedürftig – ca. 15 Prozent davon müssen sogar in einer Pflegeeinrichtung versorgt werden.

Dies macht den Schlaganfall zu dem häufigsten Grund für erworbene Behinderung im Erwachsenenalter.

Sehen Sie, wie die Treppensteighilfe ASSISTEP Patienten während ihres Genesungsprozesses helfen kann:

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