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Stürze vermeiden? - Wichtige Maßnahmen zur Sturzprophylaxe

Sturzprophylaxe
Lesezeit circa 6 min. Veröffentlicht 21.08.2018

Sturzprophylaxe: Stürze sind eine der häufigsten Unfallursachen in Deutschland. Jedes Jahr stürzen in Deutschland mehr als 600.000 Menschen. Laut dem Statistischen Bundesamt starben 2015 alleine 12.867 Menschen durch einen Sturz.

Gerade bei zunehmendem Alter verletzen sich dabei betroffene Personen häufig schwer. Die Deutsche Ärztekammer Nordrhein schätzt, dass jährlich ca. 80 Prozent aller über 80-Jährigen und ca. 30 Prozent aller über 65-Jährigen im eigenen Zuhause stürzen.

Sturzprophylaxe

Die Folgen eines Sturzes sind oftmals vielfältig und schwerwiegend. Sie bringen langwierige Krankenhausaufenthalte mit sich auf die oftmals eine Einweisung ins Pflegeheim folgt.

Sturzprophylaxe durch Sport

Durch einen gut trainierten Gleichgewichtssinn lassen sich Stürze in der Regel abfangen, um so die Folgen des Sturzes zu minimieren. Hier finden Sie Tipps zum Gleichgewichtstraining. Doch bei Menschen mit Bewegungseinschränkungen ist oftmals auch der Gleichgewichtssinn betroffen und die Muskulatur mitunter nicht ausreichend ausgebildet. In diesen Fällen können die Folgen sehr schwerwiegend sein. Dies macht Sturzprophylaxe unabdingbar.

Intrinsische und extrinsische Sturzursachen

Die Sturzursachen unterscheiden sich in umgebungsbezogene und personenbezogene Ursachen.

Umgebungsbezogene Ursachen für Stürze

  • Schlechte Beleuchtung
  • Unebener Untergrund
  • Glatter Untergrund
  • Nutzung von unpassenden Mobilitätshilfen
  • Teppichkanten
  • (lose) Kabel
  • Nasser Untergrund
  • Fehlender Handlauf (beidseitig)
  • Zu lange und lose Kleidung
  • Kein festes Schuhwerk
  • Gegenstände auf der Treppe/auf dem Boden
Dunkles Zimmer
Paar spaziert

Personenbezogene Ursachen für Stürze

  • Gleichgewichtsstörungen oder Schwindel
  • Muskelschwäche/Kräftemangel
  • Gangunsicherheit
  • Bewegungsmangel
  • Vermindertes Seh- und Hörvermögen
  • Einnahme von Medikamenten
  • Angst vor dem Stürzen durch frühere Stürze
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates (Osteoporose, Arthrose, Bandscheibenverschleiß etc.)
  • Gelenkbeschwerden
  • Neurologische Erkrankungen (Multiple Sklerose, Epilepsie, Infantile Cerebralparese, Polyneuropathie, Parkinson, Schlaganfall etc.)
Schlaganfall
Medikamente

Treppenstürze und Sturzprophylaxe

Ein beachtlicher Teil der Stürze geschieht auf Treppen und besonders diese Stürze können gravierende Konsequenzen mit sich führen. 2013 gab es rund 4000 Todesfälle durch Stürze auf der Treppe. Nicht selten ereignet sich ein Treppensturz durch mangelndes Sicherheitsbewusstsein oder durch zu hastiges Treppensteigen.

Leitlinien zur Sturzprophylaxe im Alltag

Daher haben wir eine Reihe an Leitlinien zusammengestellt, an die man sich halten sollte, um ein sicheres Begehen der Treppe gewährleisten zu können und mit denen Sie aktiv Sturzprophylaxe betreiben können.

  • Begehen Sie die Treppe immer konzentriert, achtsam und ruhig.
  • Benutzen Sie immer den Handlauf, wenn vorhanden sogar beide Handläufe.
  • Achten Sie darauf, dass keine Gegenstände auf der Treppe liegen bleiben.
  • Tragen Sie festes und rutschsicheres Schuhwerk.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie freie Sicht haben und die Treppe nicht vollgepackt begehen.
  • Tragen Sie nicht zu lose Kleidung, auf der Sie unter Umständen ausrutschen oder mit der Sie am Geländer hängen bleiben können.

Welche Folgen kann ein Sturz mit sich bringen?

Egal, ob bei Senioren oder Menschen mit Einschränkung - ein Sturz hat nicht selten die Angst vor dem erneuten Stürzen zur Folge. Dies kann wiederum zu weniger Aktivität führen sowie zu schlechterer Körperbalance.

Physische Folgen sind in der Regel Prellungen, Verstauchungen, Frakturen, Platzwunden und Hämatome. Die wohl bekanntesten Frakturen sind Oberschenkel- und Hüftfrakturen, die eine langwierige und mühsame Rehabilitation mit sich führen.

Treppenstürze bringen jedoch auch psychische Folgen mit sich. Die Angst vor zukünftigen Stürzen beispielsweise. Durch das Vermeiden vom Treppensteigen ist der Betroffene häufig im eigenen Heim "gefangen" und kapselt sich von seinem sozialen Netzwerk ab.

Wird diese Angst nicht behandelt, kann sich dies in soziale Abgeschiedenheit oder eine Depression entwickeln. Durch die soziale Abgeschiedenheit und eingeschränkte Mobilität verlieren viele Betroffene ihr Selbstvertrauen und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Gleichzeitig schwindet die Selbstständigkeit mehr und mehr. Im schlimmsten Fall kann dies zur Pflegebedürftigkeit führen.

Senior mit Hand auf Schenkel

Sturzprophylaxe: Welche Leitlinien zur Sicherheit sollte man also beim Treppensteigen beachten?

1. Konzentriertes, achtsames und ruhiges Begehen der Treppe

2. Handläufe nutzen

3. Keine Gegenstände auf der Treppe liegen lassen

4. Festes und rutschsicheres Schuhwerk tragen

5. Freie Sicht beim Treppensteigen haben

6. Die Treppe nicht vollgepackt besteigen

7. Keine zu lose Kleidung tragen

Was aber kann man in seinem eigenen Zuhause tun, um das sichere Begehen von Treppen zu gewährleisten?

Sturzprophylaxe zu Hause

Für die Nutzungssicherheit von Treppen gelten wesentliche Anforderungen der Europäischen Bauproduktrichtlinie. Diese Richtlinien sind unter anderem:

  • eine bequeme Treppensteigung mit ausreichendem Schrittmaß,
  • trittsichere Stufen- und Podestausbildung,
  • gute Belichtung und Beleuchtung der gesamten Treppenanlage
  • sowie griffsichere und stabile Handläufe am Geländer.

Zur Sturzprophylaxe finden sich eine Vielzahl an Hilfsmitteln. Diese machen das Begehen der Treppe sicherer und hilft Sturzunfälle auf der Treppe so gut es geht zu vermeiden.

Sturzprophylaxe auf Treppen

Eine in Norwegen entwickelte und innovative Treppengehhilfe bietet nun die nötige Unterstützung und Sicherheit, die der Betroffene beim Treppensteigen braucht. Der Treppenrollator ASSISTEP ist eine kostengünstige Alternative zu einem Treppenlift und mobilisiert den Betroffenen statt ihn zu passivieren. Dadurch trainiert der Betroffene aktiv das Treppensteigen und erhöht die Gangsicherheit auf Treppen.

Dies sorgt für sichereres Treppensteigen auch außerhalb des eigenen Heims und hilft zukünftige Stürze zu verhindern. Die Montage des ASSISTEP kann kurzfristig erfolgen, da weder Genehmigungen noch elektrische Anschlüsse nötig sind. Das System ist modulbasiert und kann an fast allen Treppentypen installiert werden.

Bei einem erteilten Pflegegrad ist ein Zuschuss bis zu 4.000 Euro pro Person möglich.

Frau nutzt die Treppengehhilfe ASSISTEP beim Hinaufgehen der Treppe

Stürze und vor allem Treppenstürze sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Möchten Sie Ihre Treppe sicher gestalten und für sich selbst Sturzprophylaxe betreiben? Dann gelten die oben genannten Leitlinien zur Sicherheit auf Treppen.

Auch die Nutzung von Hilfsmitteln zur Sicherung der Treppe empfehlen wir Ihnen. Ein weiterer wichtiger Punkt für Menschen mit Gangunsicherheit ist weiterhin ihre Mobilität und Kraft zu erhalten und auszubauen, um die Gangsicherheit zu gewährleisten und zu trainieren.